Es ist schon seltsam. Sobald man Dingen ein Label gibt, transportieren sie ein bestimmtes Image. Ich merke immer wieder: Für einige ist „gesunde Ernährung“ und vor allem „vegan“ immer noch… anders. Komisch. Ein Öko-Label, dass für schmeckt nicht, Verzicht und teuer steht. Ich habe ein paar Freunde, die bisher alles mochten, was ich ihnen aufgetischt habe. Aber jetzt fragen sie immer vorsichtig: Ist das vegan? Und man merkt, dass sie schon mit der Einstellung probieren: Das kann ja nich schmecken. Und so ist es oft dann auch. Wenn ich hingegen nichts sage, sondern sogar behaupte, es wäre weder vegan noch vegetarisch, dann schmeckt es auf einmal Bombe. Der Kopf spielt beim Essen eine große Rolle. Als Texterin ist mir vielleicht noch mehr als anderen bewusst, was für einen Unterschied Sprache machen kann. Wenn ich sage: „Es gibt Nudeln mit Gemüsesoße“ wird das anders wahrgenommen als „Es gibt Rote-Linsen-Spirelli mit Sellerie-Karotten-Pesto“ oder „Es gibt glutenfreie Pasta mit einer low-fat-Tomatensoße“ oder gar “Ich hab vegan gekocht.“ Jeder Satz spielt bei jedem Menschen ein anderes Kopfkino ab. Je nachdem, ob etwas positiv oder negativ belegt ist, ob es Vorurteile gibt oder nicht.

Selbst wenn jemand sich davon überzeugt hat, wie fantastisch und vielfältig die ayurvegane Küche ist, höre ich dennoch oft Gründe, warum das für einen selbst nicht in Frage kommt. Ich möchte niemanden überzeugen etwas zu tun, was er nicht tun will. Und manches schmeckt einem einfach nicht. Punkt. Das geht mir genauso. Aber grundsätzlich sagen, dass gesund essen nicht mega lecker, zu kompliziert oder zu teuer ist, ist so einfach nicht richtig. Und wenn Menschen es nur deshalb nicht wagen, ihren Ernährungsplan ein klein bisschen in diese Richtung zu erweitern, dann möchte ich ihnen diese Vorbehalte gern nehmen

Gewohnheiten muss man ändern wollen. Aber ich kann nur sagen: Es lohnt sich, mal aus der kulinarischen Komfortzone zu kommen.

Gesund essen: die größten Hürden – und Irrtümer

Irrtum Nr. 1: Gesundes Essen schmeckt nicht

Nach unzähligen Tests im Freundes- und Kollegenkreis, unter passionierten Fleischessern und Schokoriegel-Freaks, kann ich nur sagen: Mööööp. Gesund kann so unfassbar lecker sein, in welcher Variante auch immer, ob vegetarisch, vegan oder mit Fleisch – man muss nur wissen wie! Und da gibt es heutzutage einfach und schnell eine Fülle an tollen, einfachen, schnellen Rezepten. It’s just a Klick away. Ich steh ja auch immer noch auf Kochbücher, auch da gibt es für jeden Typ und jeden Geschmack das richtige.

Fast alle meine Leckereien, ob süß oder deftig, kommen bei Freunden und Familie super gut an, und oft werde ich gefragt: Gibst du mir das Rezept? Jetzt kann ich sagen: Klar, geh einfach auf meinen Blog 🙂

Irrtum Nr. 2: Gesundes Essen zuzubereiten kostet mehr Zeit

Falsch. Mit was ich welches Brot schmiere oder ob ich eine Hack-Bolo oder eine vegane Bolo koche, macht keinen Unterschied. Natürlich gibt es zeitaufwändige Rezepte – gesunde wie ungesunde. Die testet man eben dann, wenn man Zeit und Muße hat. Und wenn man sich daran gewöhnt hat, abends nochmal 30 Min. zu nutzen, um statt direkt auf die Couch zu fallen vorzukochen, freut man sich am nächsten Tag umso mehr. Es ist lecker, frisch, günstiger und besser verdaulich. Wer regelmäßig nachmittags in ein Fresskoma fällt und die nächsten 2-3 Stunden nicht mehr wirklich arbeiten kann, der wird sich wundern, was das für einen Unterschied das macht 🙂

Irrtum Nr. 3: Gesundes Essen benötigt zu viele exotische oder teure Zutaten.

Nope. Auch hier kommt es einfach darauf an, nach welchen Rezepten ihr kocht. Viele meiner Rezepte enthalten ganz einfache Zutaten, und wenn man sich ein paar Gewürze als Vorrat angelegt hat, kommt man damit ewig aus. Auch ich koche nach dem Prinzip: Hab ich nicht bzw. krieg ich nicht? Dann lass ich’s notfalls weg. Solange es beim Erbsencurry nicht die Erbsen sind. Zudem: Wer weniger auswärts isst, sich nicht mehr täglich morgens Kaffee und Croissant beim Bäcker holt und ab und an fürs Büro selber kocht, der spart ne Menge Kohle. Und die ist nirgends so gut investiert wie in hochwertige Lebensmittel, die ihr vielleicht für das ein oder andere Rezept benötigt – ich schwörs 🙂

Oft hilft es, klein anzufangen. Mal ein schneller Porridge oder Overnight Oats mit Obst am Morgen, mal eine Veggie-Bolo (wenn sie gut ist, merken die meisten keinen Unterschied zur Hack-Variante) am Abend, mal ein Obst-Gemüse-Smoothie fürs zweite Frühstück. Probiert es aus!