Vata ist das leichteste der drei Doshas, kein Wunder, wird Vata doch den Elementen Luft und Äther zugeordnet. Leicht, luftig und immer in Bewegung. Entsprechend ist die Vata-Energie zuständig für alle Bewegungsprozesse in unserem Körper, von der Atmung bis zu allen Vorgängen in Magen und Darm. Vata ist die treibende Kraft in unserem Körper, stimuliert die Sinne, Gewebewachstum und den Stoffwechsel, lässt uns Hören und Sehen, kontrolliert die Zellteilung und leitet Nervenimpulse weiter, entsorgt Abfallprodukte und steuert die Aktivität von Herz, Lunge, Magen und Darm. Vata ist also der Antreiber in unserem Körper, der alles in Bewegung hält, während Pitta und Kapha eher statisch wirken. Vata hat seinen primären Sitz im Dickdarm und den Extremitäten, während Pitta in Magen und Dünndarm angesiedelt ist und Kapha in Kopf und Lunge.

Auf der geistigen Ebene macht Vata sich beispielsweise durch eine schnelle Auffassungsgabe, geistige Flexibilität und ausgeprägte Kreativität bemerkbar.

Die Eigenschaften von Vata sind kalt, trocken, beweglich und rau, welche sich auf der körperlichen und geistigen Ebene auf auch auf uns übertragen lassen. Haben wir z.B. trockene Gelenke, einen beweglichen Geist oder eine raue Stimme, ist das Vata-Dosha dominant.

Ayurveda funktioniert nach dem Gegenteilsprinzip, was es so herrlich logisch und nachvollziehbar macht. Ist etwas kalt, trocken, rau, leicht und beweglich, wirkt man mit Wärme, Feuchtigkeit, Fettigkeit und Stabilität dagegen. Alles, was den Vata-Eigenschaften entspricht, erhöht das Dosha – sei es trockenes, kaltes Wetter, trockenes Brot, zu viel Sport oder zu viele Gedanken, die den Geist auf Hochtouren laufen lassen.

Typische Vata-Merkmale auf körperlicher Ebene

Vatas sind sehr klein oder sehr groß, schlank oder sogar dünn bis hin zu untergewichtig, und eher zart und feingliederig gebaut. Meist nicht sehr kraftvoll oder belastbar und mit wenig Durchhaltevermögen: was das körperliche anbelangt, aber auch wenn es darum geht, bei der Sache zu bleiben, sei es beim Job, der Wohnung, einer Beziehung oder Freunden. Sie haben trockene, manchmal auch raue Haut, Nägel und Haare, wobei die Haare oft kraus oder lockig sind. Feine, knackende Gelenke, Finger und Zehen, und deutlich sichtbare Venen und Muskeln. Die Stimme ist eher hoch und schrill, Augen, Lippen und Zähne sind eher klein. Bei Vata schwankt alles: der Appetit, die Stimmung, das Selbstbewusstsein zum Beispiel. Und last but not least: Vatas frieren leicht und haben oft kalte Hände und Füße. Augen, Zähne, Haut und auch Urin oder Stuhl können eine gräuliche oder bläuliche Färbung annehmen.

Typische Vata-Merkmale auf geistiger Ebene

Vatas sind auch mental immer in Bewegung und reden schnell und viel. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, sind vielseitig interessiert, talentiert sowie wunderbar begeisterungsfähig, und können andere oft mitreißen. Zudem lieben und brauchen sie Abwechslung auf allen Ebenen und sind stets offen für Neues. Sie haben ständig Ideen, die sie aber durch ihr schlechtes Planungs- und Organisationsgeschick und mangelnde Konzentration meist nicht erfolgreiche umsetzen können – außerdem sind sie schnell gelangweilt. Sie sind offen, finden schnelle neue Freunde und kommunizieren viel und ausgeprägt, oft lassen sie andere nicht zu Wort kommen.

Positiv betrachtet sind sie geistig und körperlich enorm flexibel, energetisch und beweglich, negativ betrachtet aber auch instabil, dünnhäutig, sensibel und zerbrechlich. Sie sind leicht nervös, fahrig, unkonzentriert und vergesslich, mit den Gedanken eben noch hier und eine Sekunde später schon ganz woanders, springen in Gesprächen gern von Thema zu Thema und neigen zu Stress und Hektik. Vatas neigen zu Unzuverlässigkeit und Oberflächlichkeit. Sie sind Reisende und immer in Eile, neigen dabei aber dazu, sich zu überlasten und zu überfordern – was zu Beschwerden führt, auf körperlicher und/oder geistiger Ebene. Nicht umsonst heißt es, 60% aller Krankheiten sind Vata-basiert.

Typische Vata-Beschwerden

Vatas haben oft Magen-Darm-Probleme und neigen zu Blähungen, Verstopfungen. Mentale und psychosomatische Erkrankungen sind häufig, wie auch Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Nervenstörungen, Nervosität, Ängste, stechende Schmerzen, Blasen- und Unterleibskrankheiten, schwache Knochen, Herzerkrankungen, Ohren (Tinnitus)- und Hautkrankheiten, Burn-Out, Rheuma, Arthritis, Schwächezustände, PMS, Muskelkrämpfe und An-/Verspannungen.

Vatas meiden besser

Fasten, Rohkost, zu leichte, trockene, rohe und kalte Nahrung, zu viel Stress, Hektik und Bewegung, auch Sport, zu wenig Stabilität, keine körperlich oder geistig zu anstrengende Arbeit. Windiges, kaltes Wetter genauso wie zu trockenes. Rauchen, Alkohol, Drogen, aber auch Koffein und Zucker sowie alles, was stark stimuliert, gilt es zu meiden, wie auch alle blähenden, trockenen oder zu leichten Nahrungsmittel wie Kohl, Rohkost, Kartoffeln.

Vatas brauchen dafür

Vata-Menschen brauchen Erdung, Ruhe und Stabilität als Ausgleich sowie Wärme, Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten. Auch nährende, warme und vor allem regelmäßige leicht verdauliche, ölige und warme Mahlzeiten wählen, die salzig, sauer oder süß schmecken, tun Vata gut.

Routine, ein geregelter Tagesablauf, stabile Freundschaften und Beziehungen sind für sie wichtig: Vatas müssen zur Ruhe kommen, ihre Kräfte schonen und die Unruhe besänftigen. Heißer Ingwer-Zimt-Tee tut ihnen gut und wärmt so richtig durch.