Die Zeit fliegt… aber auf eine sehr entspannte und schöne Weise <3 Der Sommer ist endlich angekommen, und statt vom Regen werden wir morgens von der Sonne geweckt, herrlich. Die Behandlungen waren bis Tag 9 die gleichen: Abhyanga, Kizhi und Nasya, nur die Medikation wurde zwischendrin leicht angepasst. Nach wie vor ist das Ziel, die Zellen zu öffnen und Giftstoffe (ama) zu lösen und in den Verdauungstrakt zu bringen. Der Schlaf ist viel besser geworden: man braucht meist schon 5-7 Tage, um wirklich anzukommen, sich ans Klima zu gewöhnen, die neue Umgebung, den neuen Rhythmus… das ist normal. Da die Stimmung hier so harmonisch ist und alle sehr achtsam miteinander umgehen, sind wir generell meist alle guter Dinge. Das hatte ich bei den ersten beiden Kuren auch schon anders. Dennoch braucht es nach wie vor viel Zeit zum Rückzug, um aufs Meer oder den Dschungel zu gucken, ein paar Seiten zu lesen oder zu hören, oder gelegentlich auch mal mit zuhause zu kommunizieren oder wie ich Blog zu schreiben o.ä.

Da ich insbesondere Probleme mit Muskeln und Gelenken habe, sprich dort besonders viel ama sitzt, habe ich heute ein besonderes Highlight genießen dürfen. Und zwar habe ich einen Königsguss bekommen, ein Pizhichil – eine Öl-Synchron-Massage von zwei Therapeutinnen. Nachdem der Körper nun eine gute Woche vorbereitet wurde, soll diese sehr kraftvolle Behandlung nochmal zusätzlich das ama aus den Muskelzellen lösen und herausspülen – wie das funktioniert, erkläre ich weiter unten. Für den Guss lag ich auf einem therapeutischen Holzbett, welches am Ende einen Abfluss hat, damit das Öl aufgefangen werden kann. Das war erstaunlich komfortabel, und der beruhigende Effekt war sofort spürbar – das Öl hat auch noch einen sehr positiven Effekt auf das Nervensystem.

Morgen gibt es eine Wiederholung, und dann erfolgt an Tag 12 schließlich der Reinigungstag. Alles, was sich im Verdauungstrakt an ama angesammelt hat, wird herausgespült. Und danach starten wir voraussichtlich an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer mit individuell ausgesuchten Kräutern ausgeführten Powder Massage, die noch einmal kraftvoll den Reinigungsprozess im Gewebe fortsetzt. Ich werde berichten.

Der Königsguss: Pizhichil

Pizhichil oder Pizzichilli (wie bei allem gibt es diverse Schreibweisen) heißt soviel wie „Auswringen/Ausdrücken“: Bei dieser Behandlung wird von zwei Therapeutinnen gleichmäßig und synchron auf beiden Körperseiten warmes Öl aus einem Stück Stoff in einem weichen Strahl auf den Körper gegossen und dann mit sanften Streichbewegungen einmassiert.

Die ayurvedische Ölbehandlung ist eine Kombination aus Massage, Wärme- und Öltherapie und wird je nach Indikation bei einer Ayurvedakur eingesetzt. Erst wird der Patient mit einer Abhyanga, einer Ölmassage, vorbereitet, dann erfolgt der Öl-Synchron-Guss mit 5-6 Litern warmem Öl. Hierbei gibt es mehrere Durchgänge. Das Öl wird aufgefangen, erneut erwärmt und dann erneut verwendet.

Durch die Massage dringen die Heilstoffe des Öls tief in den Körper ein und können so von innen heraus wirken. Der Patient wird während der Behandlung zum Schwitzen gebracht, damit der Körper mittels seines Schweißes die angesammelten Giftstoffe ausschwemmt. Dazu wird das Öl allmählich erhitzt, bis es schließlich eine Temperatur von etwa 45°C erreicht hat.

Die Pizhichil -Behandlung wird vor allem bei Beschwerden in den Gelenken und bei Rückenproblemen angewandt, regt generell die Entschlackung und Entgiftung des Körpers an und hilft, Giftstoffe (ama) aus den Zellen herauszuspülen.