Nicht sehr schmeichelhaft wird Kapha auch mit „Schleim“ übersetzt, aber ohne Kapha würden wir alle nicht existieren. Es steht für Stabilität, Struktur und Kraft, denn Kapha verbindet und hält alles in unserem Körper zusammen. Gleichzeitig schmiert es wie ein gutes Motoröl Gelenke, Schleimhäute & Co.

Kapha drückt sich aus durch Tugenden wie Geduld, Ausdauer, Harmonie sowie mentale Ausgeglichenheit und körperliche Stärke. Kaphas sind die verlässliche, loyale Schulter zum Anlehnen, die ruhigen, ausgeglichenen, verlässlichen Bären, die nichts so leicht aus der Ruhe bringt und die nicht so leicht vergessen. Was sie aber auch lethargisch, faul und gemütlich werden lässt. Einen Kapha früh aus dem Bett zu bekommen ist gar nicht so leicht, denn er schläft gern tief und lange. Ebenso liebt er all das, was nicht gut für ihn isst, wie Süßigkeiten, Milchprodukte, Kuchen und Brot. Zu seinem Pech merkt er das dann auch schnell an den Hosen, die nicht mehr zugehen, denn Kaphas nehmen schwer ab, dafür aber leicht zu, insbesondere am Po und den Oberschenkeln. Nicht umsonst steht Kapha für Wachstum und Gewebeaufbau. Kaphas essen gern und viel, können aber im Gegensatz zu Pitta auch mal eine Mahlzeit auslassen. Der späte kalte und oft feuchte  Winter und der frühe Frühling sind die Kapha-Zeit, da müssen diese besonders aufpassen, nicht zu träge zu werden und nicht zu viel zu essen.

Die Eigenschaften von Kapha sind schwer, kalt, weich stabil, schleimig und süß. Eigentlich fühlen sie sich in allen Jahreszeiten wohl – solange es nicht regnet. Denn mit Kälte und Wärme kommen sie gut aus, nicht jedoch mit Feuchtigkeit. Das Element Wasser haben sie selbst genug in sich.

Kapha hat seinen primären Sitz in Kopf und Lunge, während Vata in Dickdarm und den Extremitäten angesiedelt ist und Pitta in Magen und Dünndarm

Typische Kapha-Merkmale auf körperlicher Ebene

Kaphas haut nichts so leicht um, es ist das stabilste Dosha und sie werden selten krank. Entsprechend haben sie meist ein gutes Immunsystem und sind groß, stabil gebaut und alles an ihnen ist eher breit und kräftig, auch Finger(-nägel), Zähne und alle Extremitäten. Sie habe eine feste, weiche Haut und auch im Alter kaum Falten, viele, kräftige Haare, große, ausdrucksstarke Augen und volle Lippen. Der wohltönenden, eher tiefen Stimme hört man gern zu. Sie lassen sich nicht hetzen und gehen meist langsam und entspannt. Meist sind sie muskulös oder übergewichtig und sie nehmen nur schwer ab. Ausdauersport ist für Kaphas perfekt, um gegen eventuelle Pölsterchen anzugehen, denn auch Stoffwechsel und Verdauung sind eher schwach bzw. langsam. Oft sind Kaphas aber zu bequem, um sich für Sport aufzuraffen.

Typische Kapha-Merkmale auf geistiger Ebene

Kaphas sind freundliche, liebenswerte, sanfte und loyale Menschen, die entspannt und tolerant sind, und mit viel Geduld gesegnet. Sie sind sehr belastbar und haben ein immenses Durchhaltevermögen, auch bei nervigen Aufgaben, besitzen dafür aber wenig Flexibilität und Spontanität. Obwohl stabil ist auch Weichheit eine definierende Kapha-Eigenschaft, sowohl im Wesen wie auch in Haut, Haaren und dem oft üppigeren Körper.

Sie sind sehr mitfühlend und empathisch, neigen aber auch zu Selbstmitleid, wenn sie nicht gewertschätzt werden. Neues, Spontanes, zu Aufregendes oder große Veränderungen sind nicht ihr Ding. Alles darf gern so bleiben, wie es ist – und wenn sich schon was ändert, dann brauchen sie eine Menge Vorlauf für die Planung. Treffen Kaphas erstmal eine Entscheidung, dann bleiben sie dabei. Sie haben lieber ein paar wenige, gute Freunde, die sie seit Jahren kennen, als dass sie neue Leute kennenlernen wollen. Auch große Gruppen sind nicht ihr Ding. Generell können sie gut mit Geld umgehen und sind eher sparsam.

Bei einem Zuviel an Kapha kommt es zu Anflügen von Geiz, Maßlosigkeit, Habgier, Anspruchsdenken, Sturheit und Neid.

Typische Kapha-Beschwerden

Kaphas neigen zu Antriebslosigkeit und Übergewicht, Verschleimung (schleimiger Husten beispielsweise), Schwellungen, Wassereinlagerungen, Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen, Nierenstörungen, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkte und Verdauungsproblemen. Obwohl sie eher zunehmen, können sie auch unter Appetitverlust leiden.

Kaphas meiden besser

Zuviel Schlaf, vor allem tagsüber (kein Nachmittagsnickerchen, was Vata zum Beispiel gut tut). Auch alles Süße, Salzige, Schleimige und Fettige oder Ölhaltige tut ihnen überhaupt nicht gut. Kalte Getränke und kalte oder gefrorene Nahrungsmittel sind ebenso zu meiden wie Milchprodukte und Naschereien, sei es Schokolade, fettige Chips oder Gummibärchen. Zuviel Sitzen, Liegen und Schlafen erhöht Kapha ebenfalls und macht sie noch träger.

Kaphas brauchen dafür

Alle Nahrungsmittel mit bitterem, herbem und scharfem Geschmack sind gut für sie, auch wenn sie süß, salzig und fettig bevorzugen. Viel frisches Obst und Gemüse, leichte Suppen oder Eintöpfe und scharfe, die Verdauung anregende Gewürze wie Chili, Ingwer und Pfeffer sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Besonders wichtig ist regelmäßige Bewegung, bevorzugt an der frischen Luft.  Kaphas können gut auch mal fasten und sollten dies regelmäßig tun, ebenso sollten sie auf Zwischenmahlzeiten oder zu große Portionen verzichten, ganz besonders am Abend. Mal aus der Routine ausbrechen tut ihnen gut! Um morgens in Gang zu kommen, bietet sich heißes Ingwerwasser auf leeren Magen an. Außerdem unverzichtbar: Viel Liebe, Zuneigung und körperliche Nähe 🙂