Als Veganerin verzichte ich zuhause logischerweise auf sämtliche Milchprodukte. Dennoch, je mehr ich mich mit der Ayurveda beschäftige, desto mehr werden mir die heilsamen und therapeutischen Eigenschaften von reiner, hochwertiger Milch und Ghee (geklärte Butter) bewusst. Nachdem mir zwei Ayurveda-Therapeuten empfohlen haben, Ghee aus gesundheitlichen Gründen in meinen Speiseplan zu integrieren, habe ich mich nach einigem Hin und Her dazu entschlossen, dies zu tun.

Ich hatte mich primär aus gesundheitlichen Gründen entschlossen, mich vegan zu ernähren, wenn auch ethische Gründe eine große Rolle spielten. Da jedoch Ghee speziell bei meinen Beschwerden eine besonders heilsame Wirkung haben soll, ist das für mich ein Grund, es auf jeden Fall zu probieren. Denn mich irgendwann mal wieder so richtig fit und gesund zu fühlen ist mein großes Ziel J Klar, im Vergleich zum letzten Jahr geht es mir wirklich bombig, aber es gibt noch immer einige Baustellen, die nicht von heute auf morgen verschwinden. 6 Monate Chemo und 1,5 Monate Bestrahlung plus ein paar Jahrzehnte aktives Leben hinterlassen einfach Spuren, und einiges wird bleiben. Ein kleiner Preis für das Leben. Aber ich möchte trotzdem das Beste draus machen 🙂

Insofern: Ghee it is – Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel. Da ich das Gekaufte (mag an der Marke liegen) nicht besonders mochte, habe ich selbst Ghee hergestellt, und bin begeistert. Ich nutze es jetzt erstmal regelmäßig zum Kochen statt Öl und schau mal, wie es wirkt und mir bekommt.

Ghee – Wirkungsweise und Verwendung

Ghee gilt als Allheilmittel in der Ayurveda und wird pur als Heilmittel oder als idealer Trägerstoff für Gewürze und Kräuter in der Küche. Es ist in kleinen Dosen Tridosha (also für alle Doshas geeignet, in größeren Mengen erhöht es Kapha und den Fettanteil im Körper und senkt Vata und Pitta. Das bedeutet, wer sehr hohe Cholesterinwerte hat oder übergewichtig ist, sollte etwas vorsichtiger mit Ghee umgehen.

Ghee …

  • wirkt harmonisierend auf den ganzen Körper
  • verbessert die Aufnahmefähigkeit des Körpers für Nährstoffe
  • fördert die Beweglichkeit – befeuchtet und nährt alle Körpergewebe

Ghee stärkt …

  • Erinnerungsvermögen
  • Verdauungskraft (Agni)
  • Nervensystem
  • Sehkraft
  • Intellekt
  • Bindegewebe
  • Fortpflanzungsorgane
  • Lebenskraft (Ojas)
  • Immunsystem

Insbesondere altes Ghee ist gut bei …

  • Toxischen Zuständen (bindet Giftstoffe, wird auch bei Panchakarma-Kuren angewendet)
  • Auszehrung
  • Fieber
  • Epilepsie
  • Psychischen Störungen
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Störungen der weiblichen Fortpflanzungsorgane
  • Leberstörungen – wirkt, obwohl es Fett ist, leberreinigend

Dosha-Wirkung

  • Erhöht Kapha
  • Senkt Vata und Pita

Hinweise zur Verwendung

  • Ghee wird besser, medizinisch wirksamer und bekömmlicher, je älter es ist
  • Aufgepasst! Bei hohem Cholesterinspiegel oder Fettleibigkeit nur sehr sparsam verwenden und generell auf eine fettreduzierte Diät achten
  • Am besten in einem trockenen, sauberen Porzellan- oder Tongefäß lagern
  • Immer mit einem trockenen, sauberen Löffel entnehmen
  • Im Kühlschrank mindestens 1 Jahr haltbar

Rezept Tridosha-Ghee

Zutaten

Hochwertige Bio-Butter (ungesalzen). 1 kg Butter ergibt ca. 700g Ghee

Dauer

Ca. 1 Stunde. Kochzeit: ca. 45 Minuten

Besonders energiesparend ist es, gleich eine größere Menge zu kochen. Das Praktische: Ghee ist ein tolles Geschenk oder Mitbringsel für Freunde oder im Familienkreis.

Zubereitung

  • Hochwertige, Bio-Butter (Süß- oder Sauerrahm) in einen großen Topf tun und auf kleiner Flamme erhitzen
  • Köcheln bis die Flüssigkeit klar ist
  • Den Eiweißschaum an der Oberfläche immer wieder abschöpfen und die Flüssigkeit umrühren
  • Die Flüssigkeit ist klar? Noch 25 Min köcheln lassen (macht es haltbarer), aber aufpassen, dass es nicht anbrennt – das passiert gerade zum Ende hin schnell!
  • Ein sauberes Mulltuch in ein Sieb legen und die Flüssigkeit abgießen, dann direkt in Gläser oder Porzellan-, Ton- oder Steintöpfe abfüllen. Bei Zimmertemperatur hält es sich auch um die sechs Monate ungekühlt – bei mir steht es einfach auf dem Tisch in einem Porzellantopf mit Deckel.

Empfehlung Vata / Kapha

Vata: Frisches Ghee verwenden – großzügig

Kapha: Ghee erst verwenden, wenn es mind. 3 Monate alt ist – maßvoll

Allgemeiner Hinweis

Empfohlene Fettmengen je Dosha pro Tag

Gilt für alle Fette – hierbei auch auf versteckte Fette in Lebensmitteln achten wie Avocado oder Nüsse)

  • Vata: 8-10 EL
  • Pita: 5-6 EL
  • Kapha 3-4 EL

Misch-Doshas halten sich an die goldene Mitte und wortwörtlich an Ihr Bauchgefühl.