Um einen der größten Irrtümer schon mal vorab auszuräumen: Ayurvedisch kochen heißt nicht immer „indisch kochen“. Das ist Quatsch, denn man kann die Prinzipien der Ayurveda auch auf die europäische oder jede andere Küche anwenden, was praktisch ist, denn auch ich will und kann nicht jeden Tag Curry & Co. essen, auch wenn ich es liebe.

Um die ayurvedischen Regeln auf einheimische Lebensmittel zu übertragen helfen uns die sechs Geschmacksrichtungen (Rasa), in die alle Lebensmittel eingeteilt sind, und die den einzelnen Doshas zugeordnet werden. Zur Erinnerung: Doshas sind die drei Bioenergien Vata, Pitta und Kapha, die in jedem von uns wirken, in verschieden großen Anteilen.

 Die sechs Geschmacksrichtungen der Ayurveda

Je nachdem, welcher Dosha-Typ du bist, gibt es favorisierte und empfohlene Geschmacksrichtungen, die generell gut für dich sind.

Süß – Sauer – Salzig – Scharf – Bitter  – Herb/Zusammenziehend

Überleg mal, nach welchen Lebensmitteln du am liebsten greifst – und wie sie dir bekommen. Generell gilt: Jeder kann und soll alle Geschmacksrichtungen zu sich nehmen, nur bei Störungen eines Doshas muss man aufpassen. Hast du beispielsweise zuviel Hitze im Körper, eine Entzündung, Sodbrennen (Pita-Störung), dann solltest du zu süßen, bitteren und herben Nahrungsmitteln greifen. Bist du erkältet und verschleimt (Kapha-Störung), dann wähle scharfe, bittere und herbe Zutaten. Bist du gestresst und nervös, ausgepowert, hast Luft im Bauch, dann tun dir nährende, ölige und wärmende Speisen gut, die die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig haben.

In meinem Seminar hieß es, dass in unserer hektische, schnelllebigen, kräftezehrenden Welt ca. 60% aller Krankheiten Vata zuzuordnen sind. Es gibt jedoch oft feine Unterschiede: Eine Depression beispielsweise kann Vata-induziert (Kopfkarussell, sehr ängstlich, sorgenvoll – Element Luft wirkt hier besonders), Kapha-induziert (lethargisch, antriebslos, energielos – Element Erde wirkt hier besonders) und Pita-induziert sein (man fühlt Wut, Ärger, Aggression – Element Feuer wirkt hier besonders).

Empfohlene (Dosha-reduzierende) Geschmacksrichtungen je nach Typ

Vata: süß – sauer – salzig

Pitta:  süß – bitter – herb

Kapha: scharf – bitter – herb

 Grundsätzlich tun Vata-Menschen heiße, Pita kalte und Kapha warme Speisen gut, aber auch hier gibt es wie immer Ausnahmen und Abweichungen, je nach Typ und Beschwerden.