Es gibt einige Nahrungsmittelkombinationen, die von unserem Körper nicht gut vertragen werden. Woran liegt das? In der Ayurveda wird es so beschrieben:

Jedes Nahrungsmittel hat

  • seinen eigenen Geschmack – Rasa
  • eine erhitzende oder kühlende Wirkung – Virya
    Erhitzend: salzig, sauer, scharf im Geschmack
    Kühlend: süß, bitter, herb im Geschmack
  • eine postdigestive Wirkung: süß, sauer oder scharf – Vipaka

Wenn mehrere Nahrungsmittel kombiniert werden, deren Geschmack, Energie oder postdigestive Wirkung voneinander abweichen, ist dies für unseren Körper, speziell die Verdauung, eine Herausforderung. Es können sich Ama (Stoffwechselschlacken bzw. unverdaute Nahrungsrückstände) und Toxine bilden und die Srotas (Transportbahnen im Gewebe) blockiert werden. Konkrete Beschwerden sind dann zum Beispiel Verdauungsstörungen, Blähungen, Energiemangel, Hautprobleme und mehr. Doch das sind nur erste Anzeichen dafür, dass uns diese Kombinationen nicht bekommen. Mittel- bis langfristig können sie zu Krankheiten führen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Eine gute Verdauung kann einiges abfedern, jedoch nicht auf Dauer. Gelegentliche Ausnahmen sind ok, auch hier macht es am Ende die Masse und die Regelmäßigkeit, die zu (ernsthaften) Beschwerden führt. Dennoch gibt es immer wieder Menschen, deren Körper sich nach langjähriger Gewöhnung auf bestimmte Kombis eingestellt haben,  Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Einige der beliebtesten „schlechten“ Kombinationen sind, sorry: Das vermeintlich so gesunde morgendliche Müsli mit schwer verdaulichem Getreide, kalter Milch und sauren Früchten sowie der Salat am Abend, weil man ja nur noch etwas „Leichtes“ essen wollte. Einige mögen es wirklich vertragen, aus ayurvedischer Sicht ist beides dennoch nicht zu empfehlen. Warme Getreidebreie mit mit gekochtem Obst oder Trockenfrüchten am Morgen oder eine warme, leichte Suppe am Abend wären hier verträglichere Alternativen. Insbesondere beim Milchkonsum ist darauf zu achten, diese nicht mit den „falschen“ Nahrungsmitteln zu kombinieren. Fisch, Fleisch, Jaggery, Mung-Dal, saures Obst, Rettich, Blattgemüse, Weine, Sesamsamen, Sesamöl, Senf, Zitronen, Granatäpfel, Salz und, überraschend: Bananen! vertragen sich nicht mit dem weißen Gold.

Zum Müsli gab es auch in der Brigitte schon einen Artikel: https://www.brigitte.de/gesund/ernaehrung/muesli-falle–warum-wir-diese-fruehstueck-kombi-meiden-sollten-10166926.html

Auch überraschend dürfte für viele sein: Fleisch und Sprossen mögen sich nicht – wie es oft beim Asiaten serviert wird. Honig mit Rettich (geht auch nicht) dürfte da schon eher seltener ein enttäuschtes „ohhhh“ hervorrufen 😉

Was passiert konkret, wenn unverträgliche Lebensmittel kombiniert werden?
Hier zwei Beispiele:

Bananen und Milch

Beides ist süß vom Geschmack und kühlend, aber die postdigestive Wirkung ist anders – Bananen werden sauer verstoffwechselt, Milch hingegen süß. Das verwirrt den Darm. Mögliche Folgen: Die Verdauung wird geschwächt, die Darmflora verändert sich, Toxine werden produziert, und es kann zu Erkältung, Schnupfen, Husten und Allergien kommen.

Melonen und Milch

Beides ist kühlend, aber Milch wirkt abführend und Melonen sind harntreibend. Zudem lässt die Magensäure, die zur Verdauung der Melone benötigt wird, die Milch im Magen gerinnen. Auch hier entstehen Toxine.

Keine Sorge: Wer mal Dinge isst, die nicht harmonieren, der wird nicht gleich ein Magengeschwür entwickeln oder Schlimmeres 🙂  Es lohnt jedoch mal zu überprüfen, ob Ihr einige der nicht empfohlenen Kombis regelmäßig in eurem Speiseplan stehen habt – und ob es nicht Alternativen gibt, mit denen ihr diese ersetzen könnt.

Generell sollte man nach der ayurvedischen Lehre:

  1. Obst immer separat essen. Obst erzeugt Säure im Magen, die sich mit anderen Lebensmitteln meist nicht verträgt
  2. Rohe Nahrung nicht mit gekochter Nahrung mischen
  3. Frische Nahrung nicht mit alter Nahrung (Resten vom Vortag) mischen
  4. Milch nicht mit Joghurt mischen
  5. Honig und Ghee nie im 1:1-Verhältnis mischen – immer mehr von dem einen oder anderen
  6. Tierische Eiweißprodukte getrennt essen – also nicht Fleisch mit Eiern und Milch kombinieren o.ä.

 

Unverträgliche bzw. nicht empfohlene Nahrungsmittelkombinationen

Bohnen Obst, Käse, Eier, Fisch, Milch, Fleisch, Joghurt
Eier Obst (MELONEN), MILCH, Bohnen, Käse, Fisch, Kitchari, Fleisch, Joghurt
Obst In der Regel mit allem. Ausnahme: Bestimmte gekochte Kombinationen und s.B. Datteln und Milch (Geschmack, Energie, Wirkung identisch)
Getreide Obst, Tapioka
Honig Gleiche Menge Ghee, gekochter oder erhitzter Honig mit frischem
Heiße Getränke Mangos, Käse, Fisch, Fleisch, Stärke, Joghurt
Zitrone Gurken, Milch, Tomaten, Joghurt
Melonen ALLEM, insbesondere Milchprodukte, Eier, Gebratenes, Getreide, Speisestärke
Milch BANANEN, MELONEN, JOGHURT, Kirschen, saures Obst, Rettich, Knoblauch, Hefebrot, Fisch, Kitchari, Fleisch
Nachtschattengewächse
(Kartoffeln, Tomaten, Auberginen)
Melone, Gurke, Milchprodukte
Rettich Bananen, Rosinen, Milch

 

Tapioka Obst, speziell BANANEN, MANGO, Bohnen, Rosinen, Jaggery (unraffinierter Rohrzucker)
Joghurt MILCH, Obst, Käse, Eier, Fisch, heiße Getränke, Fleisch, Nachtschattengewächse
Fleisch Honig, Sesam, Milch, Rettich, schwarze Bohnen, gekeimtes Getreide/Sprossen
Fisch Eier, Obst, heiße Getränke, Milch, Joghurt, Pippali (langer Pfeffer)
Eier MELONEN, Bohnen, Obst, Getreide, Joghurt