Ayurvedakur – was ist das: Der sechste Teil meines Blogbuchs zu meiner ersten Ayurvedakur auf Sri Lanka in 2017. Es ist ziemlich viel ÖL im Spiel 😀

Om-Tour 2017, die 6te – More Treat(s)Ment

Freitag wurden mir sprichwörtlich die Augen geöffnet, naja zumindest das Dritte, beim Shiro Dhara. Eine Prozedur, die an zwei Tagen hintereinander durchgeführt wird, und die heilsam für Diversestes sein soll. Wahrscheinlich könnte man damit sogar den Weltfrieden erreichen. Shiro Dhara für alle! Hier die offizielle Erläuterung:

Shiro Dhara (Ölstirnguss)

Bei dieser Anwendung wird dem Patienten für eine zunehmend länger Zeit kontinuierlich warmes heilkräftiges Öl auf die Stirn gegossen. Die Wahl des Öls ist vom Zustand und der Art der Beschwerden des Patienten abhängig. Shirodhara ist eine ausgezeichnete Therapie zur Stressbewältigung und die Behandlung von Krankheiten im Bereich von Kopf, Hals, Augen, Nase, Ohren, Rachen und Nervensystem. Es hilft auch bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne, Schlaflosigkeit, mentalem Stress, Lähmungserscheinungen, Parkinson, zerebraler Atrophie und Tinnitus, etc. (Vata Vyadhi).

So benebelt sah ich nach dem Shiro Dhara aus 🙂

 

Vom Feeling ein gutes Gefühl: Shiro Dhara und ich

Erst wird der Kopf massiert, dann fließt 10 Minuten oder so warmes Öl auf deine Stirn, in einem ganz feinen Strahl. Zum Abschluss wird es nochmal einmassiert und dann bekommst du einen Turban auf, der auch die Ohren bedeckt. Das Öl riecht in etwas so gut wie eine Tüte Hundetrockenfutter. Zum Glück merkt man das aber nicht mehr durch den Turban, denn man darf zwei Tage nicht duschen. Bei feuchtwarmen 30 Grad. Aber ein bisschen Waschen mit warmem Wasser ist zum Glück erlaubt. Außerdem soll man nur warme Getränke und warmes Essen zu sich nehmen, viele Lebensmittel sind während der zwei Tage verboten. Zudem soll man möglichst auf seinem Zimmer/Balkon im Schatten bleiben, Sonne, Wind, Meer vermeiden, nicht viel reden, lesen oder Musik hören, kein Yoga oder Schwimmen, und im Prinzip in einem Dauer-Om-Zustand sein. Das war’s auch schon. Aber mal ernsthaft: Das ist gar nicht so einfach. Ich hab ‘ne Menge gelesen, denn 12 Stunden nur an die Wand starren und meditieren bekomme ich definitiv nicht hin, sooooooo advanced bin ich noch lange nicht 😀

Da ich meinen Lesehunger unterschätzt und ’nur‘ 4 Bücher dabei habe bin ich sehr happy, dass die hier eine gute Bibliothek haben. Das heißt, vorherige Patienten haben ihre Urlaubslektüre dagelassen, und diese stehen zur freien Verfügung – und die Auswahl ist sensationell und aktuell, ganz viel auf Englisch und Deutsch, und, wie ich es mag, massig Krimis und Thriller. So richtig gut zum Runterkommen ;))

Nächste Woche Freitag/Samstag bekomme ich eine dem Shiro Dhara ähnliche Prozedur nochmal für den ganzen Körper, das soll die Muskeln entspannen und das Nervensystem beruhigen:

 Sarvaanga Dhara – Pizhichil (Ganzkörper Ölanwendung)

Während einer Synchronmassage wird über einen bestimmten Zeitraum lauwarmes Öl über den ganzen Körper gegossen. Diese Behandlung hilft bei Hemiplegie, Hemiparese, degenerativen Gelenkbeschwerden wie Spondylose, Arthrose, und akuten Schmerzzuständen wie Tennisarm, Schultersteife und Verstauchungen (all dies fällt unter Vata Vyadhi im Ayurveda).

Die letzten Tage hatte ich noch diverse andere Behandlungen, u.a. eine sensationelle Powder Massage, die ich auch heute wieder habe. Das fühlt sich so an, als würde man mit Aprikosenkernpeeling durchgewalkt werden, vierhändig. Sehr energetisierend!

Dann gab es noch Ekangadara, ein Ölguss, für Füße und Hand/Arm. Hier fließt warmes Öl in einem konstanten Strahl über die zu behandelnden Körperstellen. Damit werden Muskeln und Nerven genährt und der Zustand der Knochen verbessert. Schlacken und Giftstoffe lösen sich und werden bei der anschließenden Wärmebehandlung ausgeschwitzt.

Jeden Tag gibt’s außerdem eine Lymphdrainage auf der operierten Seite, und abends mach dem Dinner immer Kräuteröl-Packungen für alle schmerzenden Körperteile für die Nacht. Das bedeutet erstens, dass ich quasi als Mumie ins Bette gehe, hehe, und zweitens, da die Therapeuten nicht besonders gut im Verbände machen sind, dass das ganze Bett am nächsten Tag statt weiß bunt gemixt eingefärbt ist, je nach Kräuterpackung – da sind alle Farben dabei. Nach dem Dinner bildet sich immer eine ganz kleine Schlange vor den Therapie-Räumen, in die man sich nur gut mit Citronella-Öl eingerieben setzen sollte, wegen der Mücken. Und dann sitzen da tiefenentspannt ein, zwei Therapeutinnen und eine Ärztin, die dich einwickeln. Bei dem Einen nur ein Knie, bei dem Anderen eine Schulter, bei manchen (wie bei mir) irgendwie alles. Aber ich muss sagen: Es bringt wirklich was.

Mittwoch folgt dann der sogenannte Cleansing day, Erklärung wohl unnötig. Die erste Ärztin meinte, ich darf nicht, deshalb hatte ich bisher noch keinen. Nun ist sie krank. Die neue Ärztin sagt: Auf jeden Fall! Wie in Deutschland: 2 Ärzte, 3 Meinungen 😉

Mit Ausflügen ist also grad nicht viel, aber Dienstag hab ich ausnahmsweise etwas Zeit und werde morgens mit ein paar Mädels vor den Treatments zum Schnorcheln, und nachmittags nach Galle (Forth) fahren, soll eine wunderschöne alte kleine Stadt am Meer sein.

Soviel dazu, ich hoffe, ihr seit alle gesund, munter und guter Stimmung, einen happy day wünsche ich euch, alles Liebe aus Sri Lanka <3