Und hier kommt der vierte Teil meiner ayurvedischen Panchakarma-Kur. Wie versprochen mit einem kleinen Einblick auf das, was wir so getrieben haben, wenn wir ausnahmsweise mal nicht mit Öl beworfen wurden. Und einer kleinen Einführung, wer „wir“ eigentlich ist, sprich meine Ayurveda-Genossinnen (Männer waren wie erwartet eher Mangelware). Das ist jetzt nicht das typische Begleitprogramm einer Kur, sondern hängt natürlich immer stark von Land, Leuten, Resort und euch selbst ab. Für mich war’s super so – aber lest selbst 🙂 Viel Spaß bei:

Om-Tour 2017, die 4te

Und sonst so: Ein Leben mit und neben Ayurveda

So, ich hab grad Muse und etwas WLAN und berichte mal kurz, was wir neben den ganzen Kräuterbädern, Massagen und dem Tee trinken sonst noch so treiben. Viele sind hier eher zum Wellness-urlauben, weil sie mal Zeit für sich brauchen oder aber sich einfach fitter, schöner, schlanker, besser fühlen wollen. Heißt: Die sind generell ‘ne ganze Ecke fitter als ich und entsprechend unternehmungslustig 🙂 Das Gute ist: ich klink mich ein, wenn mir danach ist, oder bleib auf meinem Balkon, wenn ich meine Ruhe möchte. Was öfter vorkommt, denn ich merke schon, dass die Behandlungen viel mit einem machen, und ich bin oft müde. Aber ich bin hier ja auch nicht im Bootcamp.

Generell gibt‘s hier eine Menge nette Menschen, um ab und an mal etwas Gesellschaft zu haben. An meinem Tisch z.B. sitzt eine sehr sympathische Schweizerin, Isabelle, die an einem dreiwöchigen Ayurvedakurs teilnimmt, den das Resort anbietet. Deshalb ist sie tagsüber meist busy, aber wir sehen uns spätestens abends immer zum Essen, und plaudern dann gemütlich. Das schöne ist, bei so einer Kur sind die Meisten ziemlich offen und man führt wirklich gute Gespräche.

Viele sitzen alleine, keine Ahnung, nach welchen Kriterien das hier ausgewählt wird. Wir haben schon überlegt, ob die Gäste mit psychischen Anliegen wie Burn-Out, Depressionen etc. alleine sitzen – was ja auch irgendwie Sinn machen würde. Aber mit Isabelle hab ich Glück gehabt. Am Nebentisch sitzt eine Deutsche, die unfassbar viel redet, primär über sich und was sie so für Probleme hat. Zum Beispiel den dritten Burn-Out mit Anfang 30, den sie mit ihrer dritten Ayurvedakur „behandelt“. Bisher scheint da ein Fehler im System zu sein und das Konzept irgendwie nicht aufzugehen, auch wenn man sagt: three’s a charm. Nur so ein Gefühl, aber: das würde mir ja schon zu denken geben, ob ich evtl. etwas Grundlegendäres ändern sollte in meinem Leben… räusper. Noch dazu ist sie unfassbar hektisch, da krieg ich leider nach spätestens 5 Min. die Krise. Die Schweizer Gemütlichkeit von Isabelle ist da viel angenehmer 🙂 Ansonsten ist es mega international. Eine sehr nette Italienerin, die in Dänemark lebt, eine Isländerin, die in London wohnt, eine Irin, die es nach Dubai verschlagen hat, eine Polin, die in München zuhause ist… Schon auch viele Deutsche, Schweizer, Österreicher, aber auch Asiaten, Franzosen, Türken… bunt gemischt eben.

Down by the river – Bentota-River-Tour

Das Resort selber bietet regelmäßig Ausflüge an, von denen ich bereits zwei mitgemacht habe. Die Bootstour auf dem Bentota River war ein netter Start, der Fluss mündet ganz nah am Resort ins Meer und bietet eine wunderschöne Mangrovenlandschaft und viele exotische Tiere – vom Krokodil bis zu Baumfröschen.

Das ganze Gebiet rund ums Ressort wurde damals 2004 vom Tsunami zerstört, davon sieht man aber nichts mehr. Das Ressort ist sehr solide aus dicken Steinen gebaut und zumindest die Mauern sind damals größtenteils stehen geblieben, der Rest wurde wieder aufgebaut.

Während der Tour haben wir eine Menge Tiere gesehen, u.a. mehrere Monatis: sehr große Echsen. Wir sind an die erste ganz dicht rangefahren und hätten das riesige Ding praktisch streicheln können. Auf die Frage, ob es denn gefährlich sei, sagte der Guide: „No not dangerous. But Tail sharp as knife. Can kill you. And is poisonous.“ Ah. Wir haben wohl eine andere Definition von „gefährlich“ ;)) Beim nächsten Mal war ich nicht so scharf, zu nah an das Ding ranzukommen.

 

It’s tea o’clock: Der berühmte Ceylon Tee

Dann gab es noch einen Ausflug zu einer Teeplantage – naja fast. Die Plantage sah super aus, aber leider waren wir nur relativ kurz draußen auf dem riesigen Gelände unterwegs, und haben dann die meiste Zeit in der Fabrik verbracht. Wobei die Teeherstellung ganz interessant war, aber ich hätte lieber mehr von der Natur gesehen. Auch die jeweils 1,5 Stunden Fahrt waren vergleichsweise lang dafür, dass wir nur eine gute Stunde da waren – bei insgesamt drei Stunden Fahrt. Da hat es nicht geholfen, dass wir einen absoluten Kamikaze-Driver hatten, der die asiatische Version von The Fast and The Furious nachgestellt hat. Im Minibus. Inmitten von Reisefeldern und Dörfern, mit ‘ner Menge TukTuks, Fahrrädern und Menschen im Weg. Dass Nichts und Niemand dabei zu Schaden kam, war ein Wunder. Aber Autofahren in Asien ist ja generell eine sehr spezielle Sache 🙂

   

Eine Insel mit zwei Bergen – und einem zauberhaften Mönchskloster ohne Mönche

Heute sind wir dann mit einer kleinen Gruppe selbstorganisiert mit einem Boot zu einer kleinen Insel in der Nähe gefahren, die wir vom Strand vor dem Resort aus sehen können. Dort gibt es ein kleines Mönchskloster, in dem wir eine Meditation mitmachen wollten, die uns einer der Beachboys (nicht zu verwechseln mit der kalifornischen Ur-Boygroup aus den 60ern) unbedingt ans Herz gelegt hatte. Dann waren wir da – aber dafür keiner der Mönche. Laut unserem Guide waren plötzlich alle Mönche krank – hm 😉 Aber dann hat er mit uns eine kleine Meditationsrunde gemacht, was überraschenderweise auch ganz nett war. Inklusive einer Tonne an Räucherstäbchen und ein paar Ölkerzen. Auf der Rückfahrt mit dem Boot zeigte uns der Einheimische ‚Kapitän‘, was er gerade aus dem Meer gezogen hat – in dem wir ja auch schon geschwommen sind. Irgendwie ist mir danach ein wenig die Lust aufs Plantschen vergangen 😀

 

  Vegas-Voodoo

Da wir nichts Besseres vorhatten, haben wir uns dann noch zu einem kleinen Hindutempel fahren lassen, in dem ein crazy Priester zusammen mit seiner Kobra ein bisschen für uns betete. Das war so schräg wie es klingt. Hatte irgendwie was von Las Vegas, mit all dem Bling Bling, gleichzeitig aber auch einen Touch Voodoo durch die Kobra. Die armen Viecher können nichts dafür, aber ich bin einfach kein Schlangenfreund >< Die Freude steht mir ins Gesicht geschrieben…

So, muss bald ins Bett, morgen wartet wieder ein spannender neuer Tag auf mich. Liebste Grüße nach Hause ❤