Ihr Lieben, dies ist eine Art kurzes Tagebuch oder auch ein Blog zu meiner Kur in Indien – für alle, die eventuell auch mal eine Kur planen, sich generell für Ayurveda interessieren oder mich einfach virtuell lesend nach Indien begleiten möchten. Hier habe ich Tag 1-3 zusammengefasst. Mehr Bilder zu den Beiträgen findet Ihr auf Instagram auf meinem account ayurvegan_hamburg.

Ayurvedakur in Indien, Tag 1

Liebe Grüße aus dem Dschungel in Kovalam 🌴❤️🇮🇳 Dr Nishas Haus liegt wunderschön auf einem schroff abfallenden Felsen, nur 10 Min vom Meer entfernt – was mir einen atemberaubenden Ausblick beschert 🏝 In meinem großzügigen Zimmer höre ich die Wellen rauschen und kann vom Balkon über Palmenwipfel aufs Wasser gucken – noch lieber sitze ich ganz oben auf der DachTerrasse, auf der auch gegessen und Yoga gemacht wird. Aktuell halten mich Jetlag und Mücken etwas vom Schlafen ab, aber so kann ich dem Monsunregen lauschen, der gemütlich und beruhigend auf das Dach und in den Pool pladdert ❤️☔️⁣⁣

Direkt nach einem herzlichen Willkommen durch die liebe Christine von @essenzleben und Dr Nisha sowie einer Dusche hatte ich meine erste Konsultation. Das Ergebnis war mehr oder minder wie erwartet, und so wird die nächsten Wochen fleißig pitta reduziert, ausgeleitet und dann geht es in den Aufbau von gesundem Gewebe. Vor allem die erste Woche kann sehr anstrengend werden, mental und körperlich, hat mir Dr Nisha nochmal gesagt, auch nochmal verstärkt durchs Akklimatisieren an subtropische Temperaturen und Co. ⁣

Durch die Müdigkeit bedingt habe ich meine erste Behandlung fast verdöst: eine Massage mit anschließender Kräuterstempeltherapie. Hierfür werden frische Kräuter in Baumwolltüchern eingerollt erhitzt, und dann wird der Körper damit „abgeklopft“. Erhitzend und unterstützend bei der ama-Ausleitung, welches bei mir vor allem in der Muskulatur sitzt. ⁣

Gegen Abend waren wir noch im nahegelegenen Tempel, in dem ein kleines Puja zu Ehren von der Hindu-Gottheit Ganesha, dem Elefantengott, abgehalten wurde – dort entstand auch das Foto mit Blick auf das Haus.

Mal schauen, ob der Schlaf nun nicht doch bald kommt – bald mehr 🌈 Die vata-beruhigenden Reisetipps kann ich übrigens jedem nur ans Herz legen – mehr dazu im Artikel.

Ayurveda Kur in Indien, Tag 2⁣

Nach einer nicht sehr geruhsamen Nacht begann der Tag vergleichsweise spät mit Frühstück um 9 Uhr: es gab Buttu, eine Reisspeise aus Reismehl und Kokosnuss, zusammen mit wahlweise gematschter Banane 🍌 oder etwas Curry. Die Ernährung ist hier so, wie ich es von einer ayurveda Kur erwartet habe: warm, leicht, gekocht – langhana (leicht machend), wie man im ayurveda sagt. Mittags gibt es Gemüse, Reis und Dal und am Abend Chapatis mit etwas Curry oder Dal. Dazwischen viel trinken, lautet die Devise, was bei 29 Grad und schwüler Hitze nicht schwer fällt. Außerdem zelebriere ich hier etwas, was ich seit Kindertagen nicht mehr getan habe: mit den Händen essen ❤️ Das ist tatsächlich nochmal ein ganz andere Kontakt mit der Nahrung. Durch meinen indischen Vater haben wir, wenn er gekocht hatte, von kleinauf mit den Händen (bzw. der rechten Hand) gegessen – die Spaghetti meiner Mutter gab es natürlich dennoch mit Löffel und Gabel ☺️ irgendwann haben wir das eingestellt. Nun wird mit allen Sinnen gegessen – probiert es mal aus 💕 ⁣

Die körperliche Therapie bestand auch heute wieder klassisch aus Ganzkörperölmassage und einer Svedhana (Schwitz)-Behandlung mit heißen Öl-Kräuterstempeln. Das Bild zeigt ganz gut den entspannten Zustand, in dem ich danach war ☺️🙏🏻⁣

Am Nachmittag kommen zwei weitere Gäste. Und was soll ich sagen: wir kennen uns, und zwar aus Birstein, sprich wir sind uns an der Europäischen Akademie für Ayurveda begegnet 😃! Das war völlig überraschend – aber auf eine sehr schöne Weise. Ansonsten gönne ich dem Körper nach der Reise und auch jetzt in der Reinigungsphase viel Ruhe, besonders da die Nächte noch nicht so gut sind. Das wird sich einspielen. Nur einen kleinen Ausflug zu einem ayurvedischen Markt  gab es heute noch, denn ich brauchte noch ein paar Sachen wie ayurvedisches Shampoo, Zahnpasta etc. Dabei waren wir auch an der niedlichen kleinen Strandpromenade von Kovalam – ohne Strand, denn der ist aktuell komplett überflutet – und konnten ein paar schöne Eindrücke festhalten.⁣

Das Pujafest für Ganesha, auch Ganesh, ist am 2.9. seinem Geburtstag, aber bereits im Vorfeld gibt es diverse Festivitäten im Tempel. Die heutige werde ich mir von der Dachterrasse anhören, nicht im Tempel – ein bisschen Ruhe schadet nie  🙏🏻😇🇮🇳

Ayurvedakur in Indien, Tag 3

Sonnig-monsunige Grüße aus Kovalam. Aktuell prasselt mal wieder einer der kurzen aber starken Regengüsse auf uns hinunter und ich sitze gemütlich in meinem Zimmer und nutze die Regenpause für einen Bericht.

So langsam versuchen wir, angeleitet von Christine, wieder einen normalen Rhythmus aufzubauen. Gerade bei langen Reisen und Zeitumstellung hilft das dem Körper (und auch dem Geist), sich wieder auszubalancieren.

Nach einer dank der Kräuter von Dr Nisha und eines Moskitonetzes besseren Nacht ging der Tag heute um 6h los – mit einer wirklich ganz tollen und individuellen Yoga-Meditations-Pranayama-Session von Christine, die mich sehr geerdet hat. Insgesamt merke ich hier an diesem Ort und in dieser Umgebung die wirklich starke Energie, die alles (auch Tränen) zum Fließen bringt. Bei mir lösen sich beispielsweise viele Emotionen, die dadurch gehen und die Seele heilen lassen. So eine Kur ist eine Reinigung auf allen Ebenen.

Ich merke ebenfalls, dass ich einfach entspanne und gar keine große „Beschäftigung“ brauche. Meine 5 Bücher liegen unangetastet auf dem Nachtisch, die Hörbücher habe ich 5 Min. zum Einschlafen gehört und online bin ich eigentlich nur, wenn ich mit Familie und Freunden schreibe oder eben etwas über die Kur schreibe. Einfach treiben lassen und im Jetzt sein. Ein herrliches Geschenk.

Zum Frühstück werden wir jeden Tag mit einer anderen regionalen Spezialität verwöhnt. Heute gab es Appam: leichte, weiche und fluffige Reisfladen oder auch flache Reiskuchen, die typisch für Kerala sind und in der Pfanne ausgebacken werden. Dazu gab es ein Erbsen Dal. Köstlich.

Diese leichte Küche ist als diätetische Unterstützung wichtig für die Kur, denn je weniger der Körper zu tun bekommt, je mehr kann er seine Kräfte auf die Prozesse im Inneren konzentrieren. Massagen mit therapeutischem Öl, Kiri (schweißtreibende Kräuterstempel-Behandlung – in Südindien in Malayalam, der Amtssprache, auch Kizhi genannt) und die Kräuter-Medizin in Form von Presslingen und Dekokten (Abkochungen) sorgen dafür, dass die Zellen weicher werden, sich öffnen, und ama bzw. Schlacken oder auch Giftstoffe, die sich im Gewebe eingelagert haben, gelöst werden können.

Das Öl dient als wichtiger Trägerstoff, welches die Giftstoffe bindet und in den Verdauungstrakt befördert. Diese lassen sich den jeweiligen Doshas zuordnen, also Vata, Pitta und Kapha. Vata hat seinen Hauptsitz im Dickdarm, Pitta im Dünndarm und Magen, Kapha im oberen Magendrittel. Die Giftstoffe werden mit dem Öl und durch die Massagen an ihren jeweiligen Sitz transportiert, also in den Verdauungstrakt.

Von dort werden diese später ausgeleitet. Je nach Dosha durch Basti/Enema (Einlauf – Vata), Virechana (Abführen – Pitta) und Vamana (therapeutisches Erbrechen – Kapha). Da Kapha auch im Kopf sitzt, wird es je nach Indikation auch durch Nasya, einen Naseneinlauf, entfernt.

Um wirklich in die tiefsten Gewebeschichten vorzudringen und diese zu reinigen bedarf es eines minimalen Kuraufenthaltes von 4 Wochen. Das plane ich ggfs. im nächsten Jahr, ab und an muss dann doch ein bisschen gearbeitet werden.

Vor dem Abendessen werden wir noch eine gemeinsame Meditationssession machen und ansonsten weiter die Seele baumeln lassen. Namaste.