Aller guten Dinge sind noch längst nicht drei, aber hier kommt der dritte Beitrag, der sich mit der Medizin während der Panchakarma-Kur beschäftigt.

Om-Tour 2017, die 3te

Medusin (frei nach Pipi Langstrumpf)

Jeden Tag um 15 Uhr holt man sich im Health Center seine individuelle Medizin ab, die verschiedenst aussehen kann.

Ich hab gefühlt alles bekommen: Kräuter-Tee und dazu Medizin in flüssiger Form, als Pulver und als gepresste Pillen. Dazu kriegt man dann einen Zettel, was man wann womit nehmen soll. Pillen (die sind riesig!) mit warmem Wasser, Pulver mit Tee usw. Bei der flüssigen Medizin haben sie sich in verschiedenen Sprachen versucht. Das Ergebnis: „Medizin Dicoction, Frisch Flus“ – keine Ahnung, was sie uns damit sagen wollen. Unten auf der Flasche dann der Hinweis: „Before Breakfast – means on empty stomach vorn Fruhstuck“.

Erinnert mich an die Speise-Schilder in einem Hotel in Indien. Da wurde mit Sprong-Zwiebel geworfen und beleidigte Linsen gemäßigt 😀

Die erste Dosis der Medizin muss ich um 6 Uhr nehmen. (btw: Hab ich erwähnt, dass Knoblauch zumindest geschmacklich einer der Hauptbestandteile ist?) Ausschlafen wird hier wohl nichts. Nur so ein Gefühl. Um 6 Uhr fängt auch der Yogakurs an, nur der Einstiegskurs war am Nachmittag. Wie der kleine Mann, also der Lehrer, in einem Singsang und mit starkem Akzent „inhaaaaaale deeply, exhaaaaaaaaale completely“ wie ein Mantra sang, war der Hammer. Ich musste mich krass zusammenreißen, nicht zu lachen – sehr niedlich war das. Hab direkt danach auch noch Tai Chi ausprobiert, das war auch speziell, aber gefällt mir ganz gut. Hätten uns dabei nicht die Moskitos zerstochen. Blöd, wenn man grad auf einem Bein steht und sich konzentrieren muss. Aber zwei der Viehcher hab ich erwischt, ha! Heute morgen dann das erste Mal um 6h brav in die Yoga-Halle, da ich eh wach war: War echt gut. Und jetzt hab ich auch verstanden, weshalb es so früh ist: Man soll ja möglichst mit leerem Magen Yoga machen, und das ist um 6 Uhr relativ wahrscheinlich 😉 Bis auf den Liter Wasser, den ich brauchte, um meine Medizin zu schlucken. Wie oft ich es um 6 Uhr tatsächlich schaffe, zum Yoga zu gehen, werden wir sehen. Noch bin ich etwas verjetlagt und generell müde, aber ich denke mal, das wird besser.

Die nächsten Tage gibt es auch noch eine Einführung in die Ayurveda-Lehre und die Herstellung der Medizin. Die haben hier ihren eigenen Kräutergarten und stellen alles selbst her, ich freu mich schon drauf. Und wenn ich zuhause bin, werd ich euch dann mit Tamarinden-Nelken-Wickeln und ähnlichem Angst einjagen, haha!

Und damit wir uns auch wirklich wie im Paradies fühlen, gibts noch den Beauty Room: Für uns ist jede Woche eine Behandlung inklusive, von Maniküre, Pediküre, Friseur über Fußreflexzonenmassage bis zu einer Gesichtsbehandlung. Und wer mehr will, kann sich was dazu buchen.

Klingt gut? Find ich auch. Wer mich sucht: Ich bin dann mal bei der Massage. Oder werfe mit Sprong-Zwiebeln. Oder Kokosnüssen. Es grüßt euch ganz lieb: Eure Om-Beena