Ayurvedakur – was ist das: Der fünfte Teil meines Blogbuchs zu meiner ersten Ayurvedakur auf Sri Lanka in 2017 beschäftigt sich mit der ayurvedischen Ernährung. Sie ist (normalerweise) vegetarisch, aber ab und an gab es, angepasst an die Wünsche der Gäste, auch mal etwas Fisch. 95% der Speisen waren aber vegan bzw. vegetarisch – und absolut köstlich. Aber lest selbst …

Om-Tour 2017, die 5te – You are what you eat

Eine ayurvedische Grundregel, die wir gleich am ersten Tag zu hören bekamen. Nicht neu, aber doch so wahr. Das wird hier komplett gelebt, und ich finde das Essen großartig! Vegetarisch, ein wenig Fisch, ein wenig Milch/Milchprodukte, aber kein Fleisch oder Eier. Auch Tomaten und Ananas werden nicht verwendet, da für eine Ayurvedakur zu sauer. Mit dem Rest zaubern die Köche aber unfassbar leckere Sachen, die für mich keine Wünsche offen lassen. Morgens und mittags gibt es ein Buffet, abends wird ein mehrgängiges Dinner serviert, nur zweimal die Woche gibt es auch da ein Buffet. Wieviel man isst, hängt natürlich auch von einem selber ab, ich war da eher bescheiden, aber manche beklagten sich bereits nach einer Woche, dass sie zugenommen hätten 😀

Vorspeise inklusive vegetarischem Sushi und dem schärfsten Wasabi, den ich je gegessen habe

Der sehr gemütliche Speisesaal

Es gibt jeden Tag Neues, Unbekanntes. Zum Frühstück z.B. verschiedenste (oft glutenfreie) Brotsorten, mit Reismehl, Hafermehl oder unbekanntem Inhalt, und natürlich auch Chapathi oder Roti. Nüsse, Cerealien, Haferbrei, Reissuppe, Dattelmarmelade, frische Früchte… Und für die Herzhaften Currys, Dhal usw. Mit ganz viel Liebe und Können gekocht und serviert.

Blick aus dem Speisesaal – könnte schlimmer sein

Mein Tisch mit Nummer und Platzkarte, auf der allerlei steht für die Kellner wie „morgens Reissuppe“, „mittags Bittergurd juice (grauenvoll)“ und ähnliches

Als großer Obstfan freu ich mich täglich über die Früchte: aromatische Mangos und Papayas, cremige Avocados (ok: keine Frucht, aber egal) und die fruchtigsten Passionfruits/Maracujas ever. Kleine leckere Bananen, Sternfrüchte, Melone, Nashi-Birnen und Äpfel. An allen Gerichten steht, was es ist, plus oft ganz dezente sprich riesige Hinweise, was man darf und was nicht. Also so in Schriftgröße 86 steht da dann: NOT FOR CONTROLLED DIET oder NOT AFTER SHIRODARA (Stirnguß – der steht bei mir jetzt auch an) oder was auch immer es für Contra-Indikationen so gibt.

Auf dem Tisch steht für jeden ein Medical Chart, auf dem steht, was du trinken und essen sollst, so dass die Kellner Bescheid wissen und dir immer schon deine Getränke bringen: Frisches Hibiscuswasser und Kräutertee zum Beispiel. Oder Papayasaft.

Da vegetarisch nicht gleich kalorienarm ist, haben es einige Gerichte echt in sich, einige haben in der ersten Woche gleich mal 1-2 Kilo zugelegt. Ist aber auch alles verlockend. Dennoch, primär wegen des Essens bin ich ja nicht hier. Ich hatte gesagt, dass ich mit dem ganzen Gift auch gern die Chemo-Kilos loswerden würde, und gehöre deshalb zu den „Controlled Diet“-Patienten. Was mir die Ärztin im Speisesaal mitteilen wollte (also die Worte „Controlled Diet“), aber ich hab sie einfach mal GAR NICHT verstanden und dreimal nachgefragt, worauf sie in genau denselbem Tonfall einfach die Worte wiederholte. Ich hab nur verstanden, dass es irgendeine Diät ist, die ich dann wohl kriege 😀Feinheiten. Auch als sie mir die Getränke erklärte, die ich zu jeder Mahlzeit bekomme, habe ich außer „Tea“ nichts verstanden. Was für ein Tee: keine Ahnung. Aber die schmecken alle ganz ok. Diät ist hier trotzdem nicht schlimm, ich hab nie Hunger und hab es ja quasi auch selbst in der Hand, wie oft ich zum Buffet gehe. Bei den Temperaturen hat man aber eh nicht so viel Appetit, und es ist primär immer hauptsächlich Obst und Gemüse. Mal sehen, was am Ende rauskommt. Und wenn ich bin, was ich esse, dann ist es auf jeden Fall etwas ziemlich Gesundes und Leckeres 😀