Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, kommt an frischen Säften nicht vorbei. Besonders Selleriesaft scheint wahre Wunder zu wirken. Also habe ich mir einen Entsafter zugelegt, um zu schauen, was dran ist. Auch das ist eine Wissenschaft für sich, nur ein ist sicher: Slow Juicer sind die Luxus-Limousinen unter den Saftmaschinen – ich habe einen für über 1.000 Euro gesehen! Durch eine schonende Entsaftung bei niedriger Drehzahl sollen besonders viele Nährstoffe erhalten bleiben.

Dennoch, für den Start gebe ich mich auch mit vielen Nährstoffe zufrieden und streiche das „besonders“ davor 🙂 Auf Empfehlungen habe ich mir einen soliden normalen Entsafter gekauft, der nicht den halben Küchentisch einnimmt und einfach zu reinigen ist.

Warum frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte so gesund sind

  • Optimal verdaulich: Die schwer verdaulichen Fasern werden entfernt und der Saft ist Urlaub für die oft arg geplagte Verdauung. Dennoch: Nicht jeder kann jeden Saft vertragen!
  • Optimale Nährstoffaufnahme: Je schonender extrahiert desto mehr Nährstoffe befinden sich im Saft, die direkt und optimal vom Körper aufgenommen werden können
  • Schonend zubereitet: Nichts wird verkocht, eingefroren, gelagert, sprich hier bleiben maximal viele Nährstoffe erhalten
  • Flüssigkeits-Plus: Der Körper bekommt zusätzlich noch eine extra Portion Wasser
  • Purer Genuss: Wenig Kalorien, kein Fett, kein Zucker (außer natürlicher Fruchtzucker), keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe – und noch dazu frisch as frisch gets
  • Großartiger Geschmack: Zwischen einem gekauften Gemüsesaft und einem frisch gepressten liegen Welten. Bei Obstsäften ist der Unterschied nicht so dramatisch, bei Gemüse schon.

Ayurveda und Frischsaft

Was Obst und Gemüse angeht, gibt es in der Ayurveda für jeden Typ bestimmte Empfehlungen – wobei es auch hier unter den Lehrenden manchmal unterschiedliche Meinungen gibt. Deshalb gehe ich hier jetzt nicht auf die unterschiedlichen Doshas ein. Ein gesunder Mensch kann jedoch alles zu sich nehmen, wenn es in Maßen ist, insofern: Auf euer Wohl.

Solltet ihr jedoch eine schwache Verdauung haben, fangt langsam an und beobachtet, wie euch die (wenn auch maximal verdauungsfreundliche) flüssige Rohkost bekommt. Solltet ihr (Kreuz-)Allergien haben: testet auch hier vorsichtig, wie es euch bekommt. Bei starken Allergien oder Unverträglichkeit ist selbstverständlich auch der gesündeste Saft ein no Go. Ich persönlich würde jetzt auch keine Saftkur mit einem Obst oder Gemüse machen, dass komplett konträr zu meiner ayurvedischen Konstitution oder einem gestörten Dosha ist. Nicht alles, was grundsätzlich gesund ist, tut auch jedem gut 🙂 Aber wenn es keine Kontraindikation gibt: Go for it!

Einnahmeempfehlung

  1. Trinkt euren Saft mit Zimmertemperatur oder erwärmt ihn sogar leicht (bis 40°). Kalte Getränke sind generell für niemanden zu empfehlen, denn sie löschen das Verdauungsfeuer und bremsen den Stoffwechsel aus. Mit einem kalten Mineralwasser aus dem Kühlschrank zum Beispiel schockt ihr euer ganzes System, vor allem die Verdauung – was doof ist, auch wenn diese beim Saft nicht viel zu tun hat.
  2. Trinkt euren Saft frisch. Durch den Kontakt mit Sauerstoff und Licht werden viele Nährstoffe abgebaut – die beste Dichte erhaltet ihr also, wenn ihr ihn direkt nach dem Pressen trinkt.

Der Frischsaft-Test

Für den Anfang habe ich Sellerie, Rote Bete, Moormöhren und Apfel „versaftet“, alles Nahrungsmittel, die unter anderem besonders leberreinigend sein sollen, und noch vieles mehr. Unsere Leber leistet bei den meisten von uns Großes, deshalb lohnt es sich, sie besonders zu unterstützen.

Um zu schauen, aus wieviel Rohkost man wieviel Saft bekommt, habe ich die Säfte einzeln gepresst und alles vorher abgewogen. Natürlich hängt es immer von der Qualität und Beschaffenheit der Zutaten ab, wieviel Saft man bekommt: Es gibt trockene und saftige Äpfel, und das gilt auch für alle anderen Obst- und Gemüsesorten.

Selleriesaft: Der Ferrari unter den Säften

Er soll stark entzündungshemmend, anti-viral und verdauungsfördernd wirken, die Nieren anschubsen und das Immunsystem stärken. Gleichzeitig bekommen wir viele Nähr- und Mineralstoffe sowie wertvolle Salze, die sich positiv auf Geist und Nerven auswirken sollen. Sellerie ist besonders leberreinigend, hilft, Toxine jeglicher Art auszuleiten und soll beim Abnehmen helfen, da der Saft entschlackend und entwässernd wirken soll. Antony William hat hierzu einiges in seinen Büchern geschrieben, ich bin gerade am Lesen 🙂 Es heißt, dass Sellerie einige seiner Schätze nur preisgibt, wenn man ihn entsaftet. Sprich: Sellerie trinken ist besser als ihn zu essen. Und am besten pur, nicht mit anderem Gemüse oder Obst vermischt.

Es wird empfohlen, jeden Morgen vor dem Frühstück 100-300ml zu trinken. Man kann auch eine 1-wöchige Kur machen: 3x am Tag mindestens 100ml vor dem Essen, 3-4 Mal im Jahr.

Ergiebigkeit: 160 g Sellerie ergaben 110 ml Saft

Nicht überraschend, das Sellerie sehr viel Flüssigkeit enthält.

Geschmack: Frisch, bitter und zusammenziehend

Ich persönlich fand den Geschmack ganz ok.

 

Rote Bete-Saft: Verjüngungskur für das Gehirn

Auch der Rote Bete wird so einiges nachgesagt: Sie soll sich positiv auf die Gefäße auswirken, den Blutdruck senken und durch die verbesserte Durchblutung auch die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern: Sauerstoff und Nährstoffe werden besser und schneller transportiert. Deshalb bezeichnen einige den Saft auch als Anti-Aging-Kur für’s Gehirn.

Ergiebigkeit: 360g Rote Bete (geschält) ergaben 230ml Saft

Überraschend ergiebig!

Geschmack: Erdig, süß, angenehm

Lecker – meine Rote Bete-Leidenschaft hat ein neues Level erreicht.

 

Möhrensaft: Knackig frisch!

Auch der Möhre wird wie dem Sellerie nachgesagt, dass ein gesundheitsfördernder Bestandteil, das sogenannte Karotinoid, nur beim Entsaften freigesetzt wird – es lohnt sich also, sie zu trinken. Zudem enthält sie viele Vitamine wie einige B-Vitamin, A, C und E. Wer zu viel Karotten zu sich nimmt, soll sich orange färben – schon mal probiert ;)? Ebenfalls soll man dem Saft etwas gutes Öl wie z.B. Leinöl zugeben, damit die Nährstoffe auch verstoffwechselt werden können. Leinöl möglichst dunkel und im Kühlschrank aufbewahren!

Ergiebigkeit: 150g Möhre, geputzt, ergaben 70ml Saft

Das schlechteste Verhältnis von Masse zu Flüssigkeit.

Geschmack: Süß, ein klein wenig bitter

Auch nicht schlecht, aber nicht meine Favorit.

 

Apfelsaft

Lecker: Auf jeden Fall. Aber auch relativ Fruchtzuckerhaltig und nicht kalorienarm. Deshalb kann man gut mal Apfelsaft trinken, sollte sich jedoch nicht jeden Tag einen Liter geben, denn er hat meistens auch relativ viel Säure. Ist aber eine ideale Basis, um Gemüsesäfte geschmacklich etwas aufzupeppen 🙂

Ergiebigkeit: 200g Apfel ergaben 125ml Saft

Zweitbestes Ergebnis, aber auch bei Äpfeln gibt es saftig und eher trocken.

Geschmack: Süß-sauer

Ein etwas süßerer Apfel wäre mir lieber gewesen 🙂

 

Fazit

Gesundheitlich unangefochten wahre Champions, aber auch geschmacklich absolut überzeugend, kein Vergleich zu gekauftem Gemüsesaft. Mit einem Entsafter, der sich leicht bedienen und schnell reinigen lässt gibt es auch kein Zeit-Problem – mehr als 5 Minuten braucht es nicht, was vor allem am Morgen ein Geschenk ist. Selleriesaft pur trinken, aber ansonsten könnt ihr euch euren persönlichen Gesundheitscocktail nach Lust und Laune mischen – auch Blattgrün, Ingwer oder Kurkumawurzel eignen sich hervorragend.

Morgen gibt es einen Ingwer-Kurkuma-Zitronen-Shot: Bringt Körper, Geist und Seele maximal in Schwung – just what the doctor ordered 🙂